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Zugluft stoppen in der Mietwohnung: Lücken finden und abdichten

Stand: 22. Oktober 2026 · Anzeige: enthält Affiliate-Links zu Amazon

Hand hält eine brennende Kerze an einen Fensterrahmen, die Flamme flackert im Luftzug, daneben Strickdecke und Tee

Du sitzt abends mit einer Tasse Tee auf dem Sofa, die Heizung läuft und trotzdem kriecht dir dieser kühle Hauch um die Knöchel. Du drehst das Thermostat höher, es wird kurz wärmer, dann zieht es wieder. Kennst du das? Dann heizt du gerade ein Stück weit für draußen mit. Die gute Nachricht: Zugluft lässt sich fast immer aufspüren und mit wenigen Handgriffen stoppen. Auch in der Mietwohnung, ganz ohne Handwerker und mit kleinem Budget.

kurz gesagt
  • Bis zu einem Fünftel der Raumwärme kann laut Stiftung Warentest durch Zugluft an Fenstern und Türen verloren gehen.
  • Undichte Stellen findest du mit einem Blatt Papier im Fensterrahmen oder einer Kerze an windigen Tagen.
  • Fenster bekommen gummiartige Dichtungen, Türen eine Bürstendichtung oder einen Zugluftstopper. Danach regelmäßig stoßlüften.
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1. Warum Zugluft so teuer ist

Zugluft ist mehr als ein unangenehmes Gefühl. Durch jede Ritze, durch die kalte Luft hereinkommt, strömt warme Luft hinaus. Laut Stiftung Warentest kann bis zu einem Fünftel der teuer erzeugten Raumwärme durch Zugluft an Fenstern und Türen verloren gehen. Das Umweltbundesamt rechnet vor, dass die Fenster eines unsanierten Hauses insgesamt 20 bis 40 Prozent der gesamten Heizwärme verlieren, über Glas, Rahmen und eben undichte Fugen.

Dazu kommt das Gefühl: Wo es zieht, frierst du schneller, obwohl das Thermometer eigentlich passt. Und dann drehst du die Heizung höher. Wer Zugluft stoppt, spart also doppelt.

2. Undichte Stellen finden: drei einfache Tests

Bevor du etwas kaufst, lohnt sich ein kleiner Rundgang. Diese drei Tests kosten nichts.

Der Papiertest. Klemm ein Blatt Papier zwischen Fensterrahmen und Fensterflügel und schließ das Fenster. Lässt sich das Blatt jetzt leicht herausziehen, ist die Stelle undicht. Sitzt es fest, ist alles dicht. Die Verbraucherzentrale rät, den Test an mehreren Stellen rund um das Fenster zu wiederholen. Das klappt genauso an der Balkontür.

Der Kerzentest. Warte auf einen Tag, an dem draußen der Wind weht. Dann geh mit einer brennenden Kerze langsam an den Ritzen von Fenstern und Türen entlang. Flackert die Flamme, zieht es dort. Stiftung Warentest empfiehlt dafür auch ein Räucherstäbchen: Zieht der Rauch zur Seite weg, hast du die undichte Stelle gefunden.

Der Knetetest. Er verrät dir, wie dick deine neue Dichtung sein muss. Stiftung Warentest rät: eine dünne Wurst aus Kinderknete in Frischhaltefolie wickeln, an der zugigen Stelle zwischen Rahmen und Flügel legen und das Fenster schließen. Die Knete wird genau auf die Spaltbreite zusammengedrückt. Nachmessen, fertig.

Schau dabei auch dorthin, wo man selten hinschaut: an die Unterkante der Wohnungstür, an den Rollladenkasten über dem Fenster und an den Schlitz, durch den der Rollladengurt läuft.

3. Fenster abdichten

Laut Verbraucherzentrale reicht es bei undichten Fenstern meistens schon, die Dichtung zu erneuern oder die Fensterflügel zu justieren. Fürs Justieren fragst du in der Mietwohnung am besten deinen Vermieter. Ein neues Dichtungsband kannst du dagegen selbst anbringen.

Ein wichtiger Tipp der Verbraucherzentrale: Nimm gummiartiges Material statt Schaumstoff. Auch Stiftung Warentest schreibt, dass Profildichtungen zwar etwas teurer, aber haltbarer sind. Das Band klebst du auf den Rahmen, während das Fenster offen ist. Vorher die Stelle gründlich reinigen und trocknen lassen, dann hält der Kleber besser.

tesa Dichtungsband auf der Fensterbank neben Schere, Tasse und Teelicht, draußen fällt Schnee
mein Tipp

tesa Dichtungsband Gummi S

Ein selbstklebendes Gummiband von tesa für feine Spalten von 1 bis 3,5 Millimetern, 10 Meter lang und damit genug für mehrere Fenster. Mit der Schere zuschneiden, aufkleben, fertig. Rückstandsfrei ablösen lässt es sich laut Datenblatt allerdings nicht, sprich darum vorher kurz mit deinem Vermieter. Zeigt der Knetetest einen breiteren Spalt, greif zu den tesa Bändern in L oder XL.

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4. Zugluft an der Tür stoppen

An Wohnungs- und Balkontüren zieht es meistens unten durch. Stiftung Warentest empfiehlt dafür Dichtungsbürsten, die an die Unterkante der Tür kommen. Wird so eine Bürste ans Türblatt geschraubt, sprich das laut Stiftung Warentest vorher mit deinem Vermieter ab. Die Verbraucherzentrale nennt für Wohnungs- und Haustüren mit offenem Türschlitz außerdem eine nachträgliche Dichtung, den sogenannten Kältefeind.

Und die klassische Stoffrolle vor der Tür? Laut Verbraucherzentrale ist sie nicht ganz so wirksam, aber auch nicht wirkungslos. Für Zimmertüren und als schnelle Lösung ist sie deshalb völlig in Ordnung.

Welche Lösung zu deiner Tür passt, entscheidet vor allem der Boden. Auf Parkett, Laminat oder Dielen reicht oft ein Stopper zum Drunterschieben. Liegen Fliesen mit Fugen unter der Tür, hält eine Bürste besser dicht, weil sie den Unebenheiten nachgibt. So empfiehlt es auch der Hersteller tesa.

Weißer tesa Zugluftstopper liegt am Abend unter einer weißen Zimmertür auf hellem Holzboden, aus dem Wohnzimmer fällt warmes Licht in den Flur
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Kein Kleben, kein Bohren: Du kürzt ihn mit dem Cutter auf die Breite deiner Tür und schiebst ihn einfach unten drunter. Er dichtet Spalten bis 22 Millimeter ab und ist für glatte Böden wie Parkett, Laminat, Holzdielen und PVC gemacht. Laut tesa lässt er sich rückstandslos entfernen. Ideal für Mieter.

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Braune Aluminium-Türdichtschiene mit Bürste an der Unterkante einer Holztür auf Terrakottafliesen, daneben Fußmatte und Stiefel
mein Tipp

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Die feste Lösung, wenn unter der Tür Fliesen liegen: eine Schiene aus Aluminium mit gefederter Bürste, die sich der Höhe des Bodens anpasst. Sie wird geklebt statt geschraubt und dichtet Spalten bis 15 Millimeter ab. Weil sie sich laut tesa nicht rückstandsfrei entfernen lässt, frag vorher deinen Vermieter.

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5. Rollladenkasten und Gurt: die unterschätzte Lücke

Über vielen Fenstern sitzt ein Rollladenkasten. Laut Verbraucherzentrale ist er oft ein Schwachpunkt, denn seine Wände sind sehr dünn und er schließt konstruktionsbedingt nie ganz winddicht. Die Dämmung des Kastens solltest du in der Mietwohnung vorher mit deinem Vermieter absprechen.

Was du schnell selbst verbessern kannst, sind der Schlitz für den Gurt und der Spalt am Rollladen. Beide kannst du laut Verbraucherzentrale mit einer Bürstendichtung versehen, damit dort weniger kalte Luft hereinkommt. Und abends gilt: Rollladen runter. Ein geschlossener Rollladen kann die Wärmeverluste durch das Fenster nachts laut Umweltbundesamt um etwa 20 Prozent verringern.

6. Zwei wichtige Ausnahmen

Gasetagenheizung im Raum. Hier ist Vorsicht wichtig. Das Umweltbundesamt weist darauf hin, dass viele dieser Heizungen die Luft zum Verbrennen direkt aus dem Raum ziehen, in dem sie stehen. Klär deshalb vorher mit deinem Schornsteinfeger oder Heizungsinstallateur, welche Dichtmaßnahmen dort möglich sind.

Dicht heißt nicht luftdicht leben. Wenn keine Luft mehr durch die Ritzen kommt, muss die Feuchtigkeit anders raus. Das Umweltbundesamt rät deshalb, nach dem Abdichten für ausreichende Lüftung zu sorgen und die Luftfeuchte regelmäßig mit einem Hygrometer zu kontrollieren. Am besten mehrmals am Tag die Fenster ganz öffnen, im Winter reichen fünf bis zehn Minuten. Und die Heizung währenddessen zudrehen.

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7. Was ist Sache des Vermieters?

Als Mieter kannst du viel selbst tun: Dichtungsbänder und Bürstendichtungen unter Türen lassen sich laut Verbraucherzentrale leicht selbst anbringen. Große Dinge wie neue Fenster oder eine Wärmedämmung sind dagegen Sache des Vermieters.

Ist ein Fenster richtig kaputt oder schließt es nicht mehr, ist das kein Fall für Klebeband. Der Berliner Mieterverein zählt undichte Fenster zu den typischen Mängeln einer Wohnung. Er rät, Mängel unverzüglich zu melden, um Beseitigung mit einer Frist zu bitten und alles mit Fotos zu dokumentieren. Melde den Mangel am besten schriftlich. Bei allem, was darüber hinausgeht, etwa einer Mietminderung, hilft dir dein örtlicher Mieterverein weiter.

Mein Fazit

Zugluft zu stoppen ist eines der dankbarsten Projekte für einen Herbstnachmittag. Erst mit Papier und Kerze die Lücken suchen, dann gezielt abdichten: Fenster mit Gummidichtung, Türen unten mit Bürste oder Zugluftstopper, der Gurtschlitz mit einer kleinen Bürstendichtung. Dann bleibt die Wärme endlich dort, wo sie hingehört: bei dir auf dem Sofa. Vergiss nur das Lüften nicht. Die Checkliste oben hilft dir, nichts zu übersehen.

Häufige Fragen

Wie finde ich heraus, ob mein Fenster undicht ist?

Klemm ein Blatt Papier zwischen Rahmen und Fensterflügel und schließ das Fenster. Lässt es sich leicht herausziehen, ist die Stelle undicht. Wiederhol den Test an mehreren Stellen, rät die Verbraucherzentrale.

Welches Dichtungsband ist das richtige?

Die Verbraucherzentrale empfiehlt gummiartiges Material statt Schaumstoff. Wie dick die Dichtung sein muss, findest du mit dem Knetetest von Stiftung Warentest heraus.

Darf ich als Mieter Fenster und Türen abdichten?

Dichtungsbänder und Bürstendichtungen unter Türen kannst du laut Verbraucherzentrale leicht selbst anbringen. Wird etwas ans Türblatt geschraubt, sprich es vorher mit deinem Vermieter ab. Neue Fenster oder eine Dämmung sind Sache des Vermieters.

Hilft ein Zugluftstopper aus Stoff?

Ja, ein bisschen. Laut Verbraucherzentrale ist die klassische Stoffrolle nicht ganz so wirksam wie eine feste Dichtung, aber auch nicht wirkungslos.

Muss ich nach dem Abdichten mehr lüften?

Ja. Wenn weniger Luft durch die Ritzen kommt, muss die Feuchtigkeit anders raus. Das Umweltbundesamt rät, für ausreichende Lüftung zu sorgen und die Luftfeuchte mit einem Hygrometer zu kontrollieren.

Quellen

Produktangaben laut Herstellern, abgeglichen im Oktober 2026. Alle Details und Quellen findest du auf den Produktseiten.

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